Andrew Taylor Still (* 6. August 1828 in Lee County, Virginia; † 12. Dezember 1917 in Kirksville, Missouri) gilt als Begründer der Osteopathie.

Als Sohn eines Arztes, Pfarrers und Bauern wuchs er sehr religiös auf und ließ sich bei seinem Vater in der zu der Zeit gängigen Schulmedizin ausbilden.

Nachdem er seine vier Kinder durch Krankheiten verlor, gegen die die damalige Schulmedizin nichts ausrichten konnte, wuchs sein Verlangen, eine neue Heilmethode, ohne die gängigen, schädlichen Praktiken wie Einreibungen mit Quecksilber etc. zu entwickeln. Es musste Möglichkeiten geben, die der Natur und der Physiologie des Menschen viel mehr entsprach.

Er wendete sich gegen die damals etablierten Heilmethoden und gegen seine Arztkollegen, was ihm sehr viel Kritik einbrachte und widmete sich einem langen Selbststudium der Anatomie. Inspiriert wurde er in seiner Arbeit von schon bekannten Methoden wie dem Mesmerismus (Elektromagnetismus analoge Kraft im Menschen), dem Knochensetzen (Naturreligion der Shawnee Indianer) und der Evolutionstheorie.

Er entwickelte den Grundsatz: Eine funktionierende Physiologie ist die Folge einer funktionierenden Anatomie. Wird die Anatomie durch Behandlung wieder in Harmonie gebracht, folgt alles andere. Folglich ist eine sehr gute Kenntnis der Anatomie das Wichtigste. Aus diesem Grund wird auch heute in vielen osteopathischen Schulen sehr großen Wert auf das Studium der Anatomie gelegt.

The old doctor

Andrew Taylor Still bezeichnete sich selbst nie als Begründer der Osteopathie.

Durch seinen tiefen Glauben war er der Meinung, das alle Dinge in der Natur selbst schon vorhanden waren und das die Weisheit im Körper der beste Arzt war. So musste er die Osteopathie nur noch entdecken.

Er stellte fest, das Funtionsstörungen in der Anatomie (z:b. In Gelenken) zu Stauungen im Lymph- und Blutfluß und Blockierungen von Nerven führen können. Zur Behandlung entwickelte er verschiedene parietale Techniken, um den Körper wieder zu harmonisieren.

Sein ganzes Leben war auf die Osteopathie und ihre Philosophie ausgerichtet, wodurch seine Mitbürger ihm bald den Namen „the old doctor“ verliehen. Sie waren es auch, die dafür sorgten, das neben der Schule eine Klinik erbaut und eingerichtet wurde, in der Still und seine von ihm ausgebildeten Kollegen die immer größer werdende Zahl an Patienten behandeln konnten. Zügeweise sollen die Menschen nach Kirksville „gepilgert“ sein, was dazu führte, das bereits im ersten Jahr ca. 30.000 Menschen in der Klinik behandelt wurden.

Durch den großen Erfolg verbreitete sich die neue Behandlungsmethode immer mehr und gelangte auf der einen Seite über die Jahre zu großem Ansehen, auf der anderen Seite bescherte sie A.T. Still aber auch erneut Scherereien mit seinen Arztkollegen. Auch ein Teil seiner Schüler zerstritt sich mit ihm, da er nicht bereit war die damals gängigen schulmedizinischen Heilpraktiken zu integrieren. Er wollte nicht, das seine osteopathischen Prinzipien verwaschen würden. Die heute gelehrte Osteopathie hat sich erst nach dem Tod A.T. Stills entwickelt, wobei sie sich immer noch an den Grundsätzen orientiert.

 

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Wiliam Garner Sutherland

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